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10 Tage Peking / Mai 07
Erfahrungen, Erlebnisse und Tipps für Leute, die sich auf ihre Reise nach China vorbereiten...

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10 Tage Peking
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© by Dagmar Krutoff
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Reisevorbereitungen
Informationsbeschaffung

Das größte Problem bei unseren Reisevorbreitungen war, an verlässliche Informationen zu kommen. Kann man beispielsweise einfach einen Flug nach Peking buchen und dann aufs Geradewohl ins nächste Hotel oder in die nächste Jugendherberge gehen? Wir haben es nicht herausgefunden. Wer das vorhat, sollte sich auf alle Fälle vorher die Adresse eines Hotels raussuchen, das er als möglichen Wohnsitz angeben kann. Bei der Einreise nach China müssen zig Formulare ausgefüllt werden, in denen auch die Adresse während des Aufenthalts abgefragt wird: Zolldeklaration, Gesundheitsdeklaration... Insgesamt bekamen wir im Flugzeug 3 verschiedene Formulare in die Hand gedrückt, die wir im Flughafen an 3 verschiedenen Schaltern abgeben mussten. Es hat dann zwar keiner drauf geschaut, aber das soll nicht heißen, dass es keinen interessiert.

Wie gesagt, aktuelle Informationen über Peking sind nur schwer zu kriegen (deshalb geben wir unsere Infos auch gerne weiter). Unser Reiseführer war 1 Jahr alt, und was da über die Chinesen stand (stehenbleiben und staunen) war absolut richtig, aber alles andere war längst überholt. Die Stadtpläne waren völlig untauglich. Da waren Straßen eingezeichnet, die es längst nicht mehr gab und wir waren in Straßen unterwegs, von denen kein Reiseführer oder Stadtplan wusste. Wir hatten immer 3 (!) Stadtpläne dabei. Einer in chinesisch (der war natürlich nur schwer zu gebrauchen, aber damit konnten die Taxifahrer meist was anfangen) einer in englisch und einer in deutsch. Keiner der Stadtpläne war 100% verlässlich, obwohl sie gerade mal 1 Jahr alt waren. 
Flug
Von München aus (unserem Heimatflughafen) gehen mehrmals wöchentlich Flüge nach Peking - mit Lufthansa oder China Air. Die beiden Linien fliegen in einem zeitlichen Abstand von einer halben Stunde nach Peking. Sind also während der Flugzeit immer dicht zusammen. Vermutlich um Unterstützung zu haben, falls was mit einem Deutschen im China Air-Flugzeug oder einem Chinesen im Lufthansa-Flugzeug ist. (Interessant ist übrigens, dass im Lufthansaflug mehr Chinesen und im Air China-Flug mehr Deutsche waren - wir haben die verschiedenen Schlangen am Check in gesehen...) 

Der Hinflug dauert etwa 10 Stunden, der Rückflug etwas länger. Kalkuliert waren 11 Stunden, tatsächlich waren es dann aber über 12 Stunden. "Because the hard wind on the road" - so die Auskunft einer Durchsage als wir endlich in München gelandet waren.

Wir waren mit China Air unterwegs, deshalb weiß ich nicht, wie es im Lufthansa-Flugzeug aussah, aber auf unserem Flug gab es Null Kommunikation hinsichtlich Flughöhe, wo wir gerade sind, voraussichtlicher Landezeit usw. Als die geplante Landezeit schon längst überschritten war, kam immer noch keine Durchsage, wie lange der Flug noch dauern wird. Wir flogen zu dem Zeitpunkt über weites grünes Land und hatten nicht den Hauch einer Ahnung, wo wir sein könnten - ich rede nicht von uns beiden, sondern von allen Deutschen im Flugzeug. Schließlich haben wir eine Stewardess gefragt, wie lange es noch dauert und erfuhren dann, dass wir noch eine weitere Stunde ausharren müssen.

Das Bordpersonal bei Air China spricht zwar englisch, aber nicht gerade Oxford-Englisch. Die Ansprache zum Mittagessen lautete beispielsweise: Chicken or Fish? Choose it! Der Umgangston an Board hatte etwas befehlsmäßiges, nicht gerade übermäßig nett. 
Visa
Man braucht ein Visa für die Einreise nach China. Wir hätten sie uns direkt bei der chinesischen Botschaft in München holen können, aber um ehrlich zu sein, es war uns zu lästig durch die Stadt zu juckeln und dann dort rumzusitzen, um einen unbestimmten Zeitraum auf unsere Visa zu warten. Deshalb haben wir es dem Reisebüro überlassen. Das war dann wahrscheinlich auch die bessere Entscheidung, denn mit meinem Visa gab es Komplikationen. Der Visa-Service hat pro Person 15 Euro gekostet. Ich musste 25 bezahlen, weil die chinesische Botschaft auf die Idee gekommen ist, meine Personalien (Beruf Journalistin) genauer unter die Lupe zu nehmen. Dadurch kostete das Visum nicht nur mehr, es dauerte auch länger, bis ich es bekam und ich durfte nur zwei Wochen in China bleiben, während Clarissa eine 3-wöchige Aufenthaltsgenehmigung hatte. 
Einreise
Aufgrund der genaueren Überprüfung meiner Personalien hatte ich ziemlichen Schiss vor der Einreise. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass ich herausgepickt werde und Rede und Antwort stehen muss, mit welcher Absicht ich nach Peking gekommen bin, wie es mit meiner politischen Einstellung aussieht und so weiter. War dann glücklicherweise nicht der Fall. Alles, was auch nur ansatzweise heikel sein konnte, hatte Clarissa im Gepäck. Kamera, Speicherkarten, Bücher, Stadtpläne, Bargeld... wir hatten ja keine Ahnung, ob es ähnlich wie bei einer DDR-Einreise zugehen würde oder wie bei der Einreise in ein EU-Land. 

Die Einreise verlief glücklicherweise unkompliziert und zügig. Wir wurden nichts gefragt, mussten keine Taschen öffnen, keine Erklärungen abgeben und wurden auch nicht herausgepickt. Ich würde deshalb aber nicht pauschal sagen, dass die Einreise nach China total easy ist. In China verändern sich die Dinge Ruckzuck, wer weiß, wie es morgen abläuft...
Vom Flughafen in die Stadt
gelangt man per Bus oder Taxi. Das Taxi bis in die Innenstadt kostet etwa 100 Yuan - ca. 10 Euro. Bus ist natürlich billiger, aber wer nicht einen gewissen Hang zur Selbstquälerei hat, wird sich nicht direkt nach dem langen Flug an den öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen. 

Achtung bei den Taxis: Im Flughafen lungern jede Menge Leute rum, die einen günstig zum Hotel fahren wollen. Diese Fahrer sollte man meiden, ihre Preise liegen zwischen 50-100% über dem der echten Taxifahrer. "Korrekte" Taxis findet man nur vor dem Flughafengebäude, wenn man sich in die entsprechende Schlange einreiht, niemals im. Siehe auch Thema "Taximafia"
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