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| Reisevorbereitungen |
Informationsbeschaffung
Das größte Problem bei unseren Reisevorbreitungen war, an
verlässliche Informationen zu kommen. Kann man beispielsweise
einfach einen Flug nach Peking buchen und dann aufs Geradewohl
ins nächste Hotel oder in die nächste Jugendherberge gehen?
Wir haben es nicht herausgefunden. Wer das vorhat, sollte sich auf alle Fälle vorher die Adresse
eines Hotels raussuchen, das er als möglichen Wohnsitz angeben
kann. Bei der Einreise nach China müssen zig Formulare ausgefüllt werden,
in denen auch die Adresse während des Aufenthalts abgefragt
wird: Zolldeklaration, Gesundheitsdeklaration...
Insgesamt bekamen wir im Flugzeug 3 verschiedene Formulare in
die Hand gedrückt, die wir im Flughafen an 3 verschiedenen
Schaltern abgeben mussten. Es hat dann zwar keiner drauf geschaut, aber das soll
nicht heißen, dass es keinen interessiert.
Wie gesagt, aktuelle Informationen über Peking sind nur schwer zu kriegen (deshalb geben wir unsere
Infos auch gerne weiter). Unser Reiseführer war 1
Jahr alt, und was da über die Chinesen stand (stehenbleiben und
staunen) war absolut richtig, aber alles andere war längst
überholt. Die Stadtpläne waren völlig untauglich. Da waren
Straßen eingezeichnet, die es längst nicht mehr gab und wir
waren in Straßen unterwegs, von denen kein Reiseführer oder
Stadtplan wusste. Wir hatten immer 3 (!) Stadtpläne dabei. Einer in
chinesisch (der war natürlich nur schwer zu gebrauchen, aber
damit konnten die Taxifahrer meist was anfangen) einer in
englisch und einer in deutsch. Keiner der Stadtpläne war 100%
verlässlich, obwohl sie gerade mal 1 Jahr alt waren. |
Flug
Von München aus (unserem Heimatflughafen) gehen mehrmals wöchentlich Flüge nach Peking
- mit Lufthansa oder China Air. Die beiden Linien fliegen in
einem zeitlichen Abstand von einer halben Stunde nach Peking.
Sind also während der Flugzeit immer dicht zusammen. Vermutlich
um Unterstützung zu haben, falls was mit einem Deutschen im
China Air-Flugzeug oder einem Chinesen im Lufthansa-Flugzeug
ist. (Interessant ist übrigens, dass im Lufthansaflug mehr
Chinesen und im Air China-Flug mehr Deutsche waren - wir haben
die verschiedenen Schlangen am Check in gesehen...)
Der Hinflug dauert etwa 10 Stunden, der Rückflug etwas
länger. Kalkuliert waren 11 Stunden, tatsächlich waren es dann
aber über 12 Stunden. "Because the hard wind on the road"
- so die Auskunft einer Durchsage als wir endlich in München
gelandet waren.
Wir waren mit China Air unterwegs, deshalb weiß ich nicht, wie
es im Lufthansa-Flugzeug aussah, aber auf unserem Flug gab es
Null Kommunikation hinsichtlich Flughöhe, wo wir gerade sind,
voraussichtlicher Landezeit usw. Als die geplante Landezeit
schon längst überschritten war, kam immer noch keine
Durchsage, wie lange der Flug noch dauern wird. Wir flogen zu dem
Zeitpunkt über weites grünes Land und hatten nicht den Hauch
einer Ahnung, wo wir sein könnten - ich rede nicht von uns
beiden, sondern von allen Deutschen im Flugzeug. Schließlich
haben wir eine Stewardess gefragt, wie lange es noch dauert und
erfuhren dann, dass wir noch eine weitere Stunde ausharren müssen.
Das Bordpersonal bei Air China spricht zwar englisch, aber nicht
gerade Oxford-Englisch. Die Ansprache zum Mittagessen lautete
beispielsweise: Chicken or Fish? Choose it! Der Umgangston an
Board hatte etwas befehlsmäßiges, nicht gerade übermäßig nett. |
Visa
Man braucht ein Visa für die Einreise nach China. Wir hätten
sie uns direkt bei der chinesischen Botschaft in
München holen können, aber um ehrlich zu sein, es war uns zu
lästig durch die Stadt zu juckeln und dann dort rumzusitzen, um
einen unbestimmten
Zeitraum auf unsere Visa zu warten. Deshalb haben wir es dem
Reisebüro überlassen. Das war dann wahrscheinlich auch die
bessere Entscheidung, denn mit meinem Visa gab es
Komplikationen. Der Visa-Service hat pro Person 15 Euro
gekostet. Ich musste 25 bezahlen, weil die chinesische
Botschaft auf die Idee gekommen ist, meine Personalien (Beruf
Journalistin) genauer unter die Lupe zu nehmen. Dadurch kostete
das Visum nicht nur mehr, es dauerte auch länger, bis ich es
bekam und ich durfte nur zwei Wochen in China bleiben, während
Clarissa eine 3-wöchige Aufenthaltsgenehmigung hatte. |
Einreise
Aufgrund der genaueren Überprüfung meiner Personalien hatte
ich ziemlichen Schiss vor der Einreise. Ich hatte mich schon
darauf eingestellt, dass ich herausgepickt werde und Rede und
Antwort stehen muss, mit welcher Absicht ich nach Peking gekommen
bin, wie es mit meiner politischen Einstellung aussieht und so weiter. War dann glücklicherweise nicht der Fall. Alles, was auch
nur ansatzweise heikel sein konnte, hatte Clarissa im Gepäck.
Kamera, Speicherkarten, Bücher, Stadtpläne, Bargeld... wir
hatten ja keine Ahnung, ob es ähnlich wie bei einer
DDR-Einreise zugehen würde oder wie bei der Einreise in ein
EU-Land.
Die Einreise verlief glücklicherweise unkompliziert und
zügig. Wir wurden nichts gefragt, mussten keine Taschen
öffnen, keine Erklärungen abgeben und wurden auch nicht
herausgepickt. Ich würde deshalb aber nicht pauschal sagen,
dass die Einreise nach China total easy ist. In
China verändern sich die Dinge Ruckzuck, wer weiß, wie es
morgen abläuft... |
Vom
Flughafen in die Stadt
gelangt man per Bus oder Taxi. Das Taxi bis in die
Innenstadt kostet etwa 100 Yuan - ca. 10 Euro. Bus ist
natürlich billiger, aber wer nicht einen gewissen Hang zur
Selbstquälerei hat, wird sich nicht direkt nach dem langen Flug
an den öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen.
Achtung bei den Taxis: Im Flughafen lungern jede Menge Leute
rum, die einen günstig zum Hotel fahren wollen. Diese Fahrer
sollte man meiden, ihre Preise liegen zwischen 50-100% über dem
der echten Taxifahrer. "Korrekte" Taxis findet man nur
vor dem Flughafengebäude, wenn man sich in die entsprechende
Schlange einreiht, niemals im. Siehe auch Thema "Taximafia" |
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