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Gold, Sand und ohrensäubernde Moslems |
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15.10.04
Wir sind in Dubai angekommen. Auf Hitze waren wir
eingestellt, aber nicht gleich am frühen Morgen. Auch mit so
hoher Luftfeuchtigkeit hatten wir nicht gerechnet. Beim
Umsteigen vom Flugzeug in den Bus erschlägt uns fast die Dubai Hitze. Schnell in den Bus rein! Die Brillengläser sind
bereits beschlagen. Als
alte Skandinavien-Urlauber stehen wir regelrecht unter
Temperaturschock.
Nach den Zollformalitäten stehen wir unentschlossen im
Flughafen-Gebäude rum,
versuchen uns zu orientieren und wissen
nicht, wie wir am geschicktesten vorgehen sollen. Geld ist
wichtig, also erst mal zum nächsten Geldautomaten. Entschließen
uns dann, das Gepäck in der Gepäckaufbewahrung abzugeben, um mit dem
Taxi zum Hotel zu fahren. Auf dem Weg zur Gepäckaufbewahrung
treffen wir den Fahrer vom Hotel. Wir hatten nicht damit
gerechnet, dass wir abgeholt werden, aber wir sind sehr froh
darüber. Während der etwas holprigen Fahrt kleben wir mit den
Nasen am Fenster und saugen alles in uns auf. Wir sind im
Orient. Unglaublich.
Draußen ist es unsäglich heiß, im Hotel ist es kühl, draußen
Orient, innen Oxident. Vor dem Schlafen frühstücken wir noch in
Ruhe und probieren fast alles von dem exotischen
Frühstücksbüfett. Manches ist
gewöhnungsbedürftig. Beispielsweise
können wir dem Erbsenpüree zum Frühstück nicht viel abgewinnen. Aber
das ist wohl Geschmackssache. Die verschiedenen
Wassermelonen - unter anderem mit weißem und gelbem
Fruchtfleisch - sind sehr köstlich.
Um 9 Uhr morgens gehen wir zu Bett.
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Ausblick
aus dem Hotelfenster |
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Hauptsache
ne große Schüssel! |
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Noch
mehr Aussicht |
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Unser
Hotel von außen |
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| Um
14.00 stehen wir teilweise wieder auf. Heinz hat ausgeschlafen,
schaut aus dem Fenster und berichtet von seinen Eindrücken. Er
will sich unterhalten und das hindert beim Weiterschlafen. Er ist putzmunter und
will an die frische Luft nach draußen und den Orient erobern.
Die Mitarbeiterin im Reisebüro hatte erzählt, dass die Araber
erst Abends ihre Häuser verlassen. Es seien nur Europäer, die
bei voller Hitze draußen rum laufen. Sein Entdeckerdrang bleibt
davon unberührt. Er will raus. Und er geht raus. 15 Minuten
später ist er wieder da. Seine Brillengläser sind beschlagen,
auf der Stirn steht der Schweiß.
Kommentarlos nimmt er die Brille ab, zieht sich aus und legt sich wieder hin.
Wir schlafen weiter...
Schließlich
ist es der Muhedin, der unseren Schlaf beendet. Sein Ruf schallt per
Lautsprecher durch die Straßen. Heute beginnt der Ramadan und alle
gläubigen Moslems eilen zur
nächsten Moschee. Aus dem Fenster erleben wir ein spannendes
Schauspiel. Eine Armee aus weißen Kaftanen strömt aus den
Häusern und wie ein Ameisenschwarm die Straße hinunter. Das
Schauspiel dauert nur wenige Minuten, dann ist kein Mensch mehr
zu sehen. Bis wir geduscht haben und in die Gänge gekommen
sind, ist der Gottesdienst vorbei. Jetzt treffen sich die Männer
mit ihren Freunden, um zu feiern.
Ein ungewohntes Straßenbild erwartet uns, als wir schließlich
das Haus verlassen. Überall sitzen Gruppen von Männern auf den
Gehwegen und machen "Picknick". Keine einzige Frau ist zu sehen.
Uns folgen die
Blicke der Männer - allein unter 100.000 und einem (Heinz) Mann. Heinz imponiert ganz was anderes, er
beobachtet einen Araber, der mit seinen Freunden auf dem
Rasen sitzt. Während er sich in alle Richtungen unterhält,
betreibt er ausführliche Körperhygiene. Er macht seine Ohren
sauber. Nicht etwa mit einem Wattestäbchen, wie wir es kennen,
sondern mit einem Stöckchen. Darum wickelt er ein Stück von
seinem langen Kaftan und reinigt dann die Ohren.
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Party
in der Markthalle |
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Party
vor der Markthalle |
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| Taxis
sind in Dubai sehr billig. Billiger als unsere Straßenbahnen
oder Busse. Das Fortkommen ist überraschend einfach. Taxi anhalten,
Fahrtziel angeben, bezahlen aussteigen, sich umsehen, das
nächste Taxi anhalten und zum nächsten Ziel bringen lassen.
Zwar ist unser Englisch nicht gut, aber wir kommen ans
gewünschte Ziel. Dabei hilft der Zeigefinger auf den Stadtplan,
den wir uns an der Rezeption geholt haben. Wir haben uns ein
paar Stationen rausgesucht, die zumindest auf der Karte interessant
wirken, dahin lassen wir uns der Reihe nach bringen. Im
Vorfeld hatte wir uns über Sehenswürdigkeiten in Dubai
informiert, Zoo, Museen usw. aber jetzt sind wir eher
planlos. Es ist Abend, es dämmert bereits und es ist Feiertag -
nicht die besten Vorraussetzungen, um noch ein großes
Sightseeing-Programm zu starten.
Wir
lassen uns deshalb erst mal ans Meer bringen. Wir wollen den
Persischen Golf sehen und hoffen natürlich, dass dort eine
frische Brise weht und wir ein bisschen abkühlen können. Die Entscheidung, uns in die Nähe des Hafens
bringen zu lassen, war allerdings nicht so gut. An den Strand
kommen wir nicht, bzw. es gibt keinen. Und mittlerweile ist
es schon ziemlich dämmrig, also keine Zeit mehr einen richtigen
Badestrand zu suchen. Die erhoffte frische Brise gibt es auch
nicht. Die Luft ist abgestanden und uns schlägt ein
Mief aus verdorbenem Fisch und anderen Lebensmitteln entgegen. Wir
sind am Markt angelangt (zu Fuß). Riesige Hallen für Fisch
(die tun wir uns nicht an - soll heißen wir gehen nicht dicht
genug ran, um zu sehen, ob sie noch offen sind) Geflügel und
Fleisch (tun wir uns auch nicht an) und Agrarprodukte. Diese
Hallen betreten wir. Kaufen Datteln und Feigen und staunen über
die größten Melonen, die wir je gesehen haben.
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Super-Melonen |
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Gold
Souk von außen |
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Das
Fahrverhalten der Dubaianer ist etwas eigenwillig. Wenn
wir die Straße überqueren, hupen die Autos schon aus 50 Meter Entfernung - wahrscheinlich zur Sicherheit. Wir haben irgendwo gelesen, wer in Dubai einen Menschen
tötet, z.B. durch einen Verkehrsunfall, muss der Familie des
Toten eine sehr hohe Entschädigung zahlen, um den finanziellen
Verlust auszugleichen, den die Familie dadurch hat. Vielleicht
wird deshalb jeder Fußgänger schon von weitem angehupt.
Vom
Markt gelangen wir zum Gold Souk. Ein riesiges Gebäude voller Goldhändler. Wir haben keinen solchen Einkauf geplant,
aber von allen Seite funkelt das Gold und Geschmeide und wenn
das Gebäude nicht klimatisiert und hochmodern wäre, könnten
wir auch in Aladins Höhle sein. Einige Geschäfte haben noch
geöffnet, andere machen Ramadan und sitzen mit ihren Freunden
draußen beim Abendbrot auf der Straße. Die Atmosphäre im Gold Souk ist kühl und ruhig ganz anders als ein orientalischer
Bazar. Die Händler halten sich in ihren Geschäften auf und
warten auf zahlungskräftige Kunden. Sie drängen sich nicht auf,
um ihre Waren anzupreisen und die Kunden ins Geschäft zu
locken. Um das ganze auch mal von oben gesehen zu haben, fahren
wir mit dem Aufzug hoch und wieder runter.
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Gold
Souk von innen |
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Goldkauf
am Feiertag |
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sprengt
etwas die Reisekasse |
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da
müssen wir noch sparen |
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Nach
dem Gold Souk, haben wir eine wichtige Überlebensregel für
Dubai gelernt. Halte dich in Geschäften auf, da gibt es
Klimaanlagen. Wir schlendern noch ein bisschen durch die
Straßen - unterbrochen von Erholungsaufenthalten in Geschäften
und lassen uns dann vom Taxi zu einem riesigen Einkaufszentrum
fahren. Als wir das Taxi verlassen, erfasst uns die "Abendkühle"
von oben und die Hitze von unten. Beim Aussteigen kommt der
Kopf zu erst aus dem Auto und - ja, die Luft ist ein winziges
kleines bisschen weniger heiß, die Brillengläser beschlagen nicht mehr so
stark. Dann verlassen die Beine das Auto auf und betreten
aufgeheizten Dubai-Boden. Und sofort ist das Hitzegefühl wieder 100% da. Die
Luft ist zwar ein bisschen kühler, aber der Boden ist so heiß, dass man sich wie auf einer Herdplatte fühlt.
Das
Einkaufszentrum ist eine Wunderwelt für Groß und Klein. Kein
Geschäft, das es nicht gibt. Kleine Butiken mit Kleidung,
Elektronik, Spielzeug usw. ein gewaltiger Supermarkt, in dem wir
uns mit Getränken, ein paar Dubai-Süßigkeiten und den ersten
sehr günstigen Geschenken (1 Bluse, 2 Seidenschals,
Haarspangen...) für die Leute zu Hause eindecken. Nicht weit
vom Supermarkt, ist eine Art Fressmeile mit bekannten und
unbekannten Fastfoodketten. Neben McDonald's und Pizza Hut
gibt es viel asiatisches Fastfood. Im Anschluss an die
Futterstelle ist das Paradies für Kinder. Mitten im
Einkaufszentrum gibt es einen Funpark mit Karussell, kleiner
Achterbahn, einer Eisenbahn, die durchs Einkaufszentrum fährt
usw. Auch die verschiedensten elektronischen Automaten fehlen
nicht. Am einen wird geballert, am nächsten Tanzen geübt.
Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder im Hotel und begeben uns ins
Restaurant, um zu Abend zu essen. Das Restaurant wurde in
Form von Stühlen und einem Büffet um den Pool aufgebaut. Leider
ist es immer noch schrecklich schwül. Aber romantisch ist es. Im angestrahlten Pool schwimmen
Kerzen und das Tah Mahal aus Styropor. Wir sitzen in den gemütlichen Korbsesseln und
haben es idyllisch und schön - wenn es nur ein
bisschen kühler wäre... |
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Weiter zum nächsten Tag |
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