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2 Senioren kurz vor 70 auf ihrem Weg (von der Planung bis zur eigentlichen Reise) zum anderen Ende der Welt - ins Kiwiland Neuseeland. 

Kontakt:
goingto@kiwiland.net
Reisebericht:
4 Wochen im Kiwiland...

Einleitung
Tag 00 - Abflug
Tag 01 - Dubai
Tag 02 - Takapuna
Tag 03 - Christchurch
Tag 04 - Moeraki
Tag 05 - Te Anau
Tag 06 - Milford Sound
Tag 07 - Kingston
Tag 08 - Haast
Tag 09 - Franz Josef
Tag 10 - Westport
Tag 11 - Kaikoura
Tag 12 - Queen Charlotte
Tag 13 - Marahau
Tag 14 - Marahau
Tag 15 - Queen Charlotte
Tag 16 - Lake Ferry
Tag 17 - Castle Point
Tag 18 - Napier
Tag 19 - Waikite
Tag 20 - Papamoa Beach
Tag 21 - Hahai
Tag 22 - Miranda
Tag 23 - Waipu Cove
Tag 24 - Tauranga Bay
Tag 25 - Tauranga Bay
Tag 26 - Bailey Beach
Tag 27 - Auckland
Tag 28 - Singapur
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Gold, Sand und ohrensäubernde Moslems
15.10.04

Wir sind in Dubai angekommen. Auf Hitze waren wir eingestellt, aber nicht gleich am frühen Morgen. Auch mit so hoher Luftfeuchtigkeit hatten wir nicht gerechnet. Beim Umsteigen vom Flugzeug in den Bus erschlägt uns fast die Dubai Hitze. Schnell in den Bus rein! Die Brillengläser sind bereits beschlagen. Als alte Skandinavien-Urlauber stehen wir regelrecht unter Temperaturschock.

Nach den Zollformalitäten stehen wir unentschlossen im Flughafen-Gebäude rum, versuchen uns zu orientieren und wissen nicht, wie wir am geschicktesten vorgehen sollen. Geld ist wichtig, also erst mal zum nächsten Geldautomaten. Entschließen uns dann, das Gepäck in der Gepäckaufbewahrung abzugeben, um mit dem Taxi zum Hotel zu fahren. Auf dem Weg zur Gepäckaufbewahrung treffen wir den Fahrer vom Hotel. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir abgeholt werden, aber wir sind sehr froh darüber. Während der etwas holprigen Fahrt kleben wir mit den Nasen am Fenster und saugen alles in uns auf. Wir sind im Orient. Unglaublich.

Draußen ist es unsäglich heiß, im Hotel ist es kühl, draußen Orient, innen Oxident. Vor dem Schlafen frühstücken wir noch in Ruhe und probieren fast alles von dem exotischen Frühstücksbüfett. Manches ist gewöhnungsbedürftig. Beispielsweise können wir dem Erbsenpüree zum Frühstück nicht viel abgewinnen. Aber das ist wohl Geschmackssache. Die verschiedenen Wassermelonen - unter anderem mit weißem und gelbem Fruchtfleisch -  sind sehr köstlich. 

Um 9 Uhr morgens gehen wir zu Bett. 
Ausblick aus dem Hotelfenster
Hauptsache ne große Schüssel!
www.start.de
Noch mehr Aussicht
Unser Hotel von außen
Um 14.00 stehen wir teilweise wieder auf. Heinz hat ausgeschlafen, schaut aus dem Fenster und berichtet von seinen Eindrücken. Er will sich unterhalten und das hindert beim Weiterschlafen. Er ist putzmunter und will an die frische Luft nach draußen und den Orient erobern. Die Mitarbeiterin im Reisebüro hatte erzählt, dass die Araber erst Abends ihre Häuser verlassen. Es seien nur Europäer, die bei voller Hitze draußen rum laufen. Sein Entdeckerdrang bleibt davon unberührt. Er will raus. Und er geht raus. 15 Minuten später ist er wieder da. Seine Brillengläser sind beschlagen, auf der Stirn steht der Schweiß. Kommentarlos nimmt er die Brille ab, zieht sich aus und legt sich wieder hin. Wir schlafen weiter...

Schließlich ist es der Muhedin, der unseren Schlaf beendet. Sein Ruf schallt per Lautsprecher durch die Straßen. Heute beginnt der Ramadan und alle gläubigen Moslems eilen zur nächsten Moschee. Aus dem Fenster erleben wir ein spannendes Schauspiel. Eine Armee aus weißen Kaftanen strömt aus den Häusern und wie ein Ameisenschwarm die Straße hinunter. Das Schauspiel dauert nur wenige Minuten, dann ist kein Mensch mehr zu sehen. Bis wir geduscht haben und in die Gänge gekommen sind, ist der Gottesdienst vorbei. Jetzt treffen sich die Männer mit ihren Freunden, um zu feiern.

Ein ungewohntes Straßenbild erwartet uns, als wir schließlich das Haus verlassen. Überall sitzen Gruppen von Männern auf den Gehwegen und machen "Picknick". Keine einzige Frau ist zu sehen. Uns folgen die Blicke der Männer - allein unter 100.000 und einem (Heinz) Mann. Heinz imponiert ganz was anderes, er beobachtet einen Araber, der mit seinen Freunden auf dem Rasen sitzt. Während er sich in alle Richtungen unterhält, betreibt er ausführliche Körperhygiene. Er macht seine Ohren sauber. Nicht etwa mit einem Wattestäbchen, wie wir es kennen, sondern mit einem Stöckchen. Darum wickelt er ein Stück von seinem langen Kaftan und reinigt dann die Ohren.

Party in der Markthalle
Party vor der Markthalle
Taxis sind in Dubai sehr billig. Billiger als unsere Straßenbahnen oder Busse. Das Fortkommen ist überraschend einfach. Taxi anhalten, Fahrtziel angeben, bezahlen aussteigen, sich umsehen, das nächste Taxi anhalten und zum nächsten Ziel bringen lassen. Zwar ist unser Englisch nicht gut, aber wir kommen ans gewünschte Ziel. Dabei hilft der Zeigefinger auf den Stadtplan, den wir uns an der Rezeption geholt haben. Wir haben uns ein paar Stationen rausgesucht, die zumindest auf der Karte interessant wirken, dahin lassen wir uns der Reihe nach bringen. Im Vorfeld hatte wir uns über Sehenswürdigkeiten in Dubai informiert, Zoo, Museen usw.  aber jetzt sind wir eher planlos. Es ist Abend, es dämmert bereits und es ist Feiertag - nicht die besten Vorraussetzungen, um noch ein großes Sightseeing-Programm zu starten.

Wir lassen uns deshalb erst mal ans Meer bringen. Wir wollen den Persischen Golf sehen und hoffen natürlich, dass dort eine frische Brise weht und wir ein bisschen abkühlen können. Die Entscheidung, uns in die Nähe des Hafens bringen zu lassen, war allerdings nicht so gut. An den Strand kommen wir nicht, bzw. es gibt keinen. Und mittlerweile ist es schon ziemlich dämmrig, also keine Zeit mehr einen richtigen Badestrand zu suchen. Die erhoffte frische Brise gibt es auch nicht. Die Luft ist abgestanden und uns schlägt ein Mief aus verdorbenem Fisch und anderen Lebensmitteln entgegen. Wir sind am Markt angelangt (zu Fuß). Riesige Hallen für Fisch (die tun wir uns nicht an - soll heißen wir gehen nicht dicht genug ran, um zu sehen, ob sie noch offen sind) Geflügel und Fleisch (tun wir uns auch nicht an) und Agrarprodukte. Diese Hallen betreten wir. Kaufen Datteln und Feigen und staunen über die größten Melonen, die wir je gesehen haben. 

Super-Melonen
Gold Souk von außen
Das Fahrverhalten der Dubaianer ist etwas eigenwillig. Wenn wir die Straße überqueren, hupen die Autos schon aus 50 Meter Entfernung - wahrscheinlich zur Sicherheit. Wir haben irgendwo gelesen, wer in Dubai einen Menschen tötet, z.B. durch einen Verkehrsunfall, muss der Familie des Toten eine sehr hohe Entschädigung zahlen, um den finanziellen Verlust auszugleichen, den die Familie dadurch hat. Vielleicht wird deshalb jeder Fußgänger schon von weitem angehupt.

Vom Markt gelangen wir zum Gold Souk. Ein riesiges Gebäude voller Goldhändler. Wir haben keinen solchen Einkauf geplant, aber von allen Seite funkelt das Gold und Geschmeide und wenn das Gebäude nicht klimatisiert und hochmodern wäre, könnten wir auch in Aladins Höhle sein. Einige Geschäfte haben noch geöffnet, andere machen Ramadan und sitzen mit ihren Freunden draußen beim Abendbrot auf der Straße. Die Atmosphäre im Gold Souk ist kühl und ruhig ganz anders als ein orientalischer Bazar. Die Händler halten sich in ihren Geschäften auf und warten auf zahlungskräftige Kunden. Sie drängen sich nicht auf, um ihre Waren anzupreisen und die Kunden ins Geschäft zu locken. Um das ganze auch mal von oben gesehen zu haben, fahren wir mit dem Aufzug hoch und wieder runter.

Gold Souk von innen
Goldkauf am Feiertag
FOTOBUCH.DE - Ihre Fotos, gedruckt als echtes Buch
sprengt etwas die Reisekasse
da müssen wir noch sparen
Nach dem Gold Souk, haben wir eine wichtige Überlebensregel für Dubai gelernt. Halte dich in Geschäften auf, da gibt es Klimaanlagen. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Straßen - unterbrochen von Erholungsaufenthalten in Geschäften und lassen uns dann vom Taxi zu einem riesigen Einkaufszentrum fahren. Als wir das Taxi verlassen, erfasst uns die "Abendkühle" von oben und die Hitze von unten. Beim Aussteigen kommt der Kopf zu erst aus dem Auto und - ja, die Luft ist ein winziges kleines bisschen weniger heiß, die Brillengläser beschlagen nicht mehr so stark. Dann verlassen die Beine das Auto auf und betreten aufgeheizten Dubai-Boden. Und sofort ist das Hitzegefühl wieder 100% da. Die Luft ist zwar ein bisschen kühler, aber der Boden ist so heiß, dass man sich wie auf einer Herdplatte fühlt.

Das Einkaufszentrum ist eine Wunderwelt für Groß und Klein. Kein Geschäft, das es nicht gibt. Kleine Butiken mit Kleidung, Elektronik, Spielzeug usw. ein gewaltiger Supermarkt, in dem wir uns mit Getränken, ein paar Dubai-Süßigkeiten und den ersten sehr günstigen Geschenken (1 Bluse, 2 Seidenschals, Haarspangen...) für die Leute zu Hause eindecken. Nicht weit vom Supermarkt, ist eine Art Fressmeile mit bekannten und unbekannten Fastfoodketten. Neben  McDonald's und Pizza Hut gibt es viel asiatisches Fastfood. Im Anschluss an die Futterstelle ist das Paradies für Kinder. Mitten im Einkaufszentrum gibt es einen Funpark mit Karussell, kleiner Achterbahn, einer Eisenbahn, die durchs Einkaufszentrum fährt usw. Auch die verschiedensten elektronischen Automaten fehlen nicht. Am einen wird geballert, am nächsten Tanzen geübt.


Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder im Hotel und begeben uns ins Restaurant, um zu Abend zu essen. Das Restaurant wurde in Form von Stühlen und einem Büffet um den Pool aufgebaut. Leider ist es immer noch schrecklich schwül. Aber romantisch ist es. Im angestrahlten Pool schwimmen Kerzen und das Tah Mahal aus Styropor. Wir sitzen in den gemütlichen Korbsesseln und haben es idyllisch und schön - wenn es nur ein bisschen kühler wäre...
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