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2 Senioren kurz vor 70 auf ihrem Weg (von der Planung bis zur eigentlichen Reise) zum anderen Ende der Welt - ins Kiwiland Neuseeland. 

Kontakt:
goingto@kiwiland.net
Reisebericht:
4 Wochen in Neuseeland...

Einleitung
Tag 00 - Abflug
Tag 01 - Dubai
Tag 02 - Takapuna
Tag 03 - Christchurch
Tag 04 - Moeraki
Tag 05 - Te Anau
Tag 06 - Milford Sound
Tag 07 - Kingston
Tag 08 - Haast
Tag 09 - Franz Josef
Tag 10 - Westport
Tag 11 - Kaikoura
Tag 12 - Queen Charlotte
Tag 13 - Marahau
Tag 14 - Marahau
Tag 15 - Queen Charlotte
Tag 16 - Lake Ferry
Tag 17 - Castle Point
Tag 18 - Napier
Tag 19 - Waikite
Tag 20 - Papamoa Beach
Tag 21 - Hahai
Tag 22 - Miranda
Tag 23 - Waipu Cove
Tag 24 - Tauranga Bay
Tag 25 - Tauranga Bay
Tag 26 - Bailey Beach
Tag 27 - Auckland
Tag 28 - Singapur
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Erwachen in einer Traumwelt
22.10.04

Ein perfekter Morgen auf einem wunderschönen Fjord. Die Nacht war kurz. Schon bei Sonnenaufgang, so gegen 5 Uhr, sind die meisten an Board wieder munter. Einige sind gar nicht erst ins Bett gegangen, manche erst vor wenigen Minuten. Kaffee hilft! Die Duschen und Toiletten werden belagert, der Motor wird angeworfen und der Anker eingeholt - wir fahren hinaus auf die Tasman See. 
Ein neuer Tag
Die Mariner legt ab
Weiterfahrt auf dem Sound
Die beste Aussicht im Bug
Es dauert gar nicht lange, da sind auch schon wieder die ersten Delphine an unserer Seite und schwimmen mit uns um die Wette. Es scheint ihnen riesigen Spaß zu machen. Aber wir sind doch schneller, irgendwann geben sie auf und schwimmen ihre eigenen Wege. 

Bei einem fast spiegelglatten Sound ist das Gefühl, in einer Traumwelt zu sein, noch viel größer. Vor allem ist kein Mensch da, außer wir paar Leute auf der Wanderer und weiter vorne die Mariner
Flipper & Co.
Das macht Spaß!
Die Ausfahrt aus dem Sound
Mit Kakao in die Tasman See
Auch hier warten Delphine
Offenes Meer
Das, was die Touristen während der Tagesausflüge erleben, gehört natürlich auch zu unserem Programm: Die Fahrt auf die Tasman See, aufs offene Meer.

Wir sind begeistert, als wir den Sound verlassen. Hurra, das weite Meer! Die Begeisterung hält allerdings nicht lange. Auch wenn die Tasman See "ruhig" aussieht, die Wellen sind höher als sie wirken und das Schiff schaukelt gehörig. Der Kakao schaukelt fröhlich mit. Der Wind pfeift uns um die Ohren. Es ist recht frisch. Der Ausflug dauert etwa eine dreiviertel Stunde, für die Schnellseekranken fast schon zu viel. Wir haben die "Zuvielgeschaukelt-Grenze" glücklicherweise noch nicht erreicht. Dennoch sind wir recht froh, als wir umkehren und wieder in den Milford Sound hineinfahren. Fast noch begeisterter als bei der Rausfahrt. Aber um es deutlich festzuhalten: Wir waren aus der Tasman See!!!

Unter Deck ist inzwischen das Frühstück fertig, aber weil wir uns nicht von den Traumwelt trennen können, holen wir uns nur ein bisschen Toast mit Käse oder Schinken und futtern draußen. Inzwischen ist die Sonne auch schon höher gestiegen und wärmt uns. Der Himmel ist dunkelblau und wolkenfrei nur um die Berge spielt noch das ein oder andere Wölkchen.
Es ist windstill. 

Es ist gegen 8 Uhr Morgens, wir fahren ein zweites Mal in den Wasserfalle, halten bei den Delphinen und sehen Pinguinen zu, wie sie ins Wasser hüpfen, um zur Arbeit zu paddeln. Und dann sind wir fast schon wieder am Ende vom Sund und damit am Ende des Overnight Cruise. 

Prädikat: absolut empfehlenswert! Die Crew war unheimlich nett, das Freizeitangebot aufregend (besonders wenn man etwas jünger ist), das Essen lecker, die Koje eng und die Nacht kurz. Aber wenn man in einer Traumwelt unterwegs ist, was muss man da schlafen?
Rückfahrt in den Milford Sound
Die Mariner fährt wieder voraus
Wir fahren der Mariner hinterher
Noch mal im Wasserfall
Wieder im Hafen angelangt.
16 Stunden hatten wir den Milford Sound ganz für uns alleine, jetzt müssen wir ihn wieder teilen. Die ersten Reisebusse aus Queenstown und Te Anau fahren mit Touristen-Ladungen aus der ganzen Welt vor, die dieses Weltwunder ebenfalls sehen wollen. Vorbei ist es auch mit der Ruhe: die ersten Flugzeuge und Hubschrauber steigen auf. 

Es gab verschiedene Pläne, den Sound schneller zugänglich zu machen. Zur Diskussion stand u.a. eine Straße, oder ein Sessellift oder eine kleine Bahn von Queenstown zum Milford Sound. Soweit wir wissen, wurden die Pläne erst mal wieder eingestampft. Wer den Mildford Sound sehen will, muss früh aufstehen und lange im Bus sitzen, wenn er von Queenstown aus eine Tagestour startet. Von Te Anau ist die Fahrtzeit ein paar Stunden kürzer.

Die beste Zeit, um den Milford Sound fast alleine zu genießen, ist vor 10 Uhr morgens und ab 16 Uhr nachmittags. Dann stört auch kein Hubschraubergeräusch die Idylle.
Abschied von der Wanderer
Abschied vom Milford Sound
In Milford "City", mit seinem Hotel, Campingplatz und noch 2 Häusern, steht die (wahrscheinlich) teuerste Tankstelle in Neuseeland. Für Neuseeland-Verhältnisse mag es teuer sein, für unsere ist es immer noch verdammt günstig und vor allem die Rettung. So ein Womo braucht doch mehr Sprit als man denkt. Und die letzte Tankfüllung war zu weit weg, um für den Rückweg zu reichen. Sprich, wir sind auf die Tankstelle angewiesen und äußerst dankbar, dass es sie gibt.

Die "Tankstelle" ist allerdings nur ein Tankautomat, der mit der Kreditkarte gefüttert wird. Kreditkarte rein, Benzin zapfen. Gut, dass wir eine Kreditkarte haben. Im ersten Versuch wollen wir normales Benzin zapfen, das im Moment alle ist. Folglich passiert nichts. Die Kreditkarte "läuft", aber kein Benzin. Beim zweiten Versuch mit Super-Benzin klappt es, aber wir verlassen die Benzinstation mit dem dumpfen Gefühl, dass jetzt vielleicht jemand anderes auf unsere Kosten Benzin tanken kann. Ist aber glücklicherweise nicht geschehen.

Mit vollem Tank geht es dann wieder die 120 km zurück nach Te Anau.
Ein weiterer Halt bei den Keas ist Pflicht. Sie warten schon wieder auf die Touristenbusse und auf Menschen, die sich nicht an das Fütterungsverbot halten. Auch der Stopp bei den Mirrorlakes muss noch mal sein. Diesmal spiegeln sie in der erhofften Weise und bei soviel Szene kann man glatt darüber hinwegsehen, dass die Seen nur Teiche sind und 50 Japaner mit ihren Kameras um einen herum flitzen, um jede Perspektive mit ihren Kameras zu erwischen.
wieder auf der Milford Road
Die Keas warten schon
Gib mir ein Butterbrot!
Federkleid
Die Seen spiegeln 
wie auf den Postkarten
Milford Road
Wieder in der Zivilisation
Musicload
Die erste Farm nach 120 km - ein nicht ganz perfektes Panoramabild
Bring me a big letter
Auch Kühe lieben Post!
In Punkto Briefkästen sind die Kiwis äußerst einfallsreich. Viele Kästen sind hübsch bemalt oder aus ungewöhnlichen Materialien wie z.B. Bierdosen oder Kieselsteinen. Andere sprechen von Sparsamkeit und der Hoffnung auf große Pakete - zum Beispiel Briefkästen aus alten Ölfässern oder Bojen. Wieder andere lösen ganz geschickt die Müll- und Entsorgungsprobleme des Briefkastenbesitzers. Aus einem alten Kühlschrank, Backofen, Schrank oder aus der Mikrowelle kann auch ein Briefkasten werden. Wir sind so briefkastenbegeistert, dass wir die ein oder andere Vollbremsung machen, oder - wenn es nicht anders geht - wenden und noch mal zurückfahren, um die ungewöhnlichsten Modelle zu knipsen

Hier schon mal zwei Exemplare, weitere lustige Briefkastenbilder kommen auf den nächsten Seiten...

Die Fahrt geht weiter entlang
Lake Wakatipu, dem drittgrößten und längsten See in Neuseeland (80 km). Außer dass er traumhaft schön ist, gibt es auch eine geographische Besonderheit: Der See liegt auf einer Höhe von 310 m über dem Meeresspiegel. Ist an seinen tiefsten Stellen aber bis zu 380 Meter tief, also 70 m unter dem Meeresspiegel.
Lake Wakatipu
aus einer anderen Perspektive
Hütte mit "Komfort"
Aussicht auf den Shotover River
Nach der letzten Nacht mit wenig Schlaf haben wir das Bedürfnis nach einer ruhigen Nacht und ein bisschen mehr Wohnkomfort und Platz als es das kleine Womo bieten kann. Deshalb mieten wir auf dem Campingplatz in Frankton eine kleine Hütte, bzw. a cabin.

Die meisten Campingplätze haben mehr oder weniger komfortable Cabins, so dass auch Leute ohne Wohnmobil oder Zelt (oder mit kaputtem Zelt) auf dem Campingplatz übernachten können. Viele Plätze haben darüber hinaus auch Backpacker-Zimmer. Also Zimmer, die man sich wie in der Jugendherberge mit mehreren Leuten teilt.

Der Vorteil von Campingplätzen gegenüber Hotels und Backpacker-Zimmern ist unserer Ansicht nach, dass man meist mitten in der Natur übernachtet. Außerhalb der Stadt, an wunderschönen Plätzen. Außerdem trifft man auf Campingplätzen viel mehr Kiwis (human) als in Hotels. In einem Backpacker sind sogar fast nur Urlauber aus Übersee anzutreffen. Mit anderen Worten: Campingplätze sind näher an der Natur, näher an der Bevölkerung.

Nachteil: Sanitäreinrichtungen und Küche werden mit vielen unbekannten Menschen geteilt. Mäßiger Komfort und nicht immer die besten Betten (in den Cabins). Zu berücksichtigen ist auch, dass auf einem Campingplatz nach Sonnenuntergang tote Hose herrscht. Alle ziehen sich in ihre Zelte und Womos oder Cabins zurück und höchstens in der Küche oder im Aufenthaltsraum trifft man noch ein paar Menschen.

Wir waren in der Vorsaison unterwegs. Die Campingplätze waren deshalb meistens ziemlich leer. Würden wir noch mal zu dieser Jahreszeit durch Neuseeland reisen, würden wir wahrscheinlich Schlafsäcke mitnehmen, einen Mietwagen leihen und in Cabins übernachten, oder wir würden Millionäre werden und uns ein großes Womo mieten. Aber das hat natürlich wieder den Nachteil, dass man nicht überall hin kommt, wo man hin will...
Weiter zum nächsten Tag