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2 Senioren kurz vor 70 auf ihrem Weg (von der Planung bis zur eigentlichen Reise) zum anderen Ende der Welt - ins Kiwiland Neuseeland. 

Kontakt:
goingto@kiwiland.net
Reisebericht:
4 Wochen im Kiwiland...

Einleitung
Tag 00 - Abflug
Tag 01 - Dubai
Tag 02 - Takapuna
Tag 03 - Christchurch
Tag 04 - Moeraki
Tag 05 - Te Anau
Tag 06 - Milford Sound
Tag 07 - Kingston
Tag 08 - Haast
Tag 09 - Franz Josef
Tag 10 - Westport
Tag 11 - Kaikoura
Tag 12 - Queen Charlotte
Tag 13 - Marahau
Tag 14 - Marahau
Tag 15 - Queen Charlotte
Tag 16 - Lake Ferry
Tag 17 - Castle Point
Tag 18 - Napier
Tag 19 - Waikite
Tag 20 - Papamoa Beach
Tag 21 - Hahai
Tag 22 - Miranda
Tag 23 - Waipu Cove
Tag 24 - Tauranga Bay
Tag 25 - Tauranga Bay
Tag 26 - Bailey Beach
Tag 27 - Auckland
Tag 28 - Singapur
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Christchurch/Moeraki: starke Gefühle, Muscheln, Möwen und komische Boulder
19.10.04

Die Sonne lacht, die frostigen 13 Grad waren gestern, heute werden die T-Shirts ausgepackt und draußen gefrühstückt. So haben wir uns es vorgestellt, so darf es immer sein! Nachdem es unser erstes richtiges Frühstück in Neuseeland ist, hier unsere Verkostungserfahrungen.

Brot:
Zur Auswahl steht Toastbrot in ca. 50 Varianten, mal dünner, mal dicker geschnitten, mal mit ein paar Körnern drin, mal ohne. Geschmacklich ist kein großer Unterschied festzustellen, obwohl jeder Kiwi steif und fest das Gegenteil behaupten wird und auf seine Lieblingssorte schwört. In den Supermärkten gibt es auch Brötchen, aber so knusprig wie zu Hause sind sie nie - weiß der Teufel, woran das liegt. In Wellington haben wir eine deutsche Bäckerei (Tag 16) gefunden, dort werden "richtiges" Brot und Brezeln verkauft. Fast wie zu Hause, aber doch nicht ganz. Vielleicht liegt es am Mehl....

Wurst:
Wurst ist gewöhnungsbedürftig, der Schinken ist uneingeschränkt empfehlenswert. Sehr lecker auch "smoked Chicken", geräuchertes Hühnchen. Am ersten Tag hat es uns fantastisch geschmeckt, nach 2 Tagen hatten wir es etwas über. Und als wir später noch mal eines gekauft haben, ist es mit deutlich weniger Begeisterung verzehrt worden, also nicht zu oft und in zu großen Mengen kaufen.

Käse:
Vorherrschend ist die Sorte "Chester". In einigen Supermärkten gibt es Delikatessabteilungen mit importiertem französischem Käse. Der ist natürlich gut aber teuer. Der neuseeländische Käse ist " a little bit strange" - drücken wir es mal so aus. Er ist sehr fest und trocken und klebt am Gaumen, schmeckt erstaunlicherweise fast immer gleich, egal welche Sorte auf dem Brot liegt.

Marmelade:
Schmeckt sehr gut!

Erdnussbutter:

Schmeckt sehr gut!

Butter/Milch:
schmecken "very strange". Die Butter hat einen nicht beschreibbaren kuhigen Geschmack und ist nur im halbflüssigen Zustand streichfähig. Auch die Milch schmeckt etwas merkwürdig, aber der Kaffee übertönt es.

Neu entdecktes Geschmackserlebnis:
Toastbrot mit Erdnussbutter (statt Butter) und Marmelade, sehr sehr lecker!

Das klingt jetzt so, als wären wir typische Deutsche, die an allem rummäkeln und selbst am anderen Ende der Welt auf Sauerkraut mit Schweinshaxe pochen. Dem ist nicht so. Man gewöhnt sich an alles, aber neu angekommen fällt es auf: viele Lebensmittel wie Butter und Milch, die wir zu Hause täglich essen/trinken, schmecken anders. Das ist am Anfang ziemlich merkwürdig.
Smoked Chicken
& lecker Toast
Ein tolles Phänomen:
Ist das Hefegebäck. Irgendwie sind die Hefepilze anders drauf als unsere. Sie geben dem Gebäck nicht nur viel Volumen, sie blasen es regelrecht auf. Wenn man es zusammendrückt, schrumpft es auf 1/5 seiner Größe zusammen und ist nur schwer verdaubar. 
Auch sehr apart: 
Bart Simpson und Barbie-Nudelgerichte. Die Idee dazu scheint allerdings nicht direkt aus Neuseeland zu kommen. In England stehen  diese (und noch viel mehr!) Kinderdosengerichte ebenfalls in den Regalen. Hee Leute, bringt Euren Kindern lieber bei, dass der Geschmack das entscheidende ist und nicht die Nudelform.
Kinderlieblinge in der Dose...
Bart Simpson in Nudelsoße
Genug übers Essen! Der erste Weg nach dem Frühstück führt ans Meer. 

In der Spencer Bay, im Angesicht des tosenden Pazifiks wird uns so richtig bewusst, was wir gewagt haben und wo wir jetzt sind - am anderen Ende der Welt.

Wir sind fast 70 und einmal um die halbe Welt gereist. Wir sind nicht die ersten und nicht die einzigen Rentner, die es nach Neuseeland geschafft haben, aber wir für uns sind doch sehr stolz auf diese Leistung und fühlen uns wie Pioniere. Captain Cook kann nicht viel aufgeregter gewesen sein, als wir es sind. Beim Blick auf den Pazifik kämpfen wir plötzlich mit sehr starken Gefühlsregungen und haben Tränen in den Augen. Es ist so schön!
Der Pionier und das Meer
Die perfekte Welle
Über den ersten "Reisetag" in Neuseeland lässt sich im wesentlichen berichten, dass wir alle Augenblicke anhalten und die Aussicht bestaunen oder an den Strand rennen. Schon nach wenigen Stunden haben wir mehrere Kilo Steine und Muscheln zusammengesammelt, die wir unbedingt mit nach Hause nehmen wollen. Aussortiert wird später.
Gouvernment Bay
Kirche in...?
Touristisches Sightseeing-Highlight des 1. Reisetages sind die Moeraki Boulder, 3 km nördlich von dem kleinen Ort Moeraki. Wir kommen nach "Feierabend" an, also zu einer Zeit, wo das Restaurant bereits geschlossen hat und die Touristen weiter gefahren sind. Der  Strand und die Boulders gehören uns ganz alleine.

Wunderbarerweise ist Ebbe, so dass fast alle dieser überdimensionalen Murmeln zu sehen sind. Geologisch gesehen, sind die Kugeln durch Kristallisierungsprozesse entstanden, sie wiegen mehrere Tonnen und haben teilweise einen Umfang von mehr als 4 Metern. In der Maori Mythologie sind es Körbe, mit denen die Vorvorfahren Lebensmittel mitgebracht haben. However - sie sind ein tolles Phänomen und sehr fotogen.

Einer der Boulders ist in der Mitte auseinander gebrochen, so dass der kristalline Mittelpunkt zu sehen ist.
Moeraki Boulders
Kaputtgegangen
TravelScout24 - Partnerschaft, die sich rechnet
Blick vom Restaurant
Kristalle im Inneren
Weil es schon spät und der nächste Campingplatz weit ist, bleiben wir gleich in Moeraki. In dem kleinen Ort gibt es einen netten Campingplatz, der von einer älteren Schweizer-Lady geführt wird. Sie ist schon vor Jahr und Tag eingewandert, aber mit dem Kiwi-Brot kann sie sich immer noch nicht anfreunden. Deshalb bäckt sie ihr Brot selbst und verkauft es im Kiosk. Die Lady ist sehr sehr nett und das Brot sehr gut. Der Campingplatz ist klein aber gemütlich, die Küche und Sanitäranlagen wurden erst vor kurzem erneuert.

Zum Abendbrot gibt es dicke Rindersteaks mit viel Zwiebeln und Kartoffeln. Die Steaks sind 1a!!! Aber zu den Kartoffeln muss noch ein Wort verloren werden. Aus einem unerklärlichen Grund wollen sie sich absolut nicht weich kochen lassen. Nach 40 Minuten Sturmkochen geben wir auf und verzehren sie aldente. Weitere Kartoffeln werden nicht gekauft. In Zukunft gibt es Nudel und Reis (braucht auch sehr lange) und mehrfach auch Backofen Pommes Frites. 
Weiter zum nächsten Tag