Darum
geht's hier:
2 Senioren kurz vor 70 auf ihrem Weg (von der Planung bis zur
eigentlichen Reise) zum anderen Ende der Welt - ins Kiwiland
Neuseeland.
Die Boulder unweit von Moeraki lenken viele Touristen von dem
kleinen Ort selbst ab. Bedauerlich, denn es gibt noch einiges zu
entdecken. Vom Ort führt z.B. ein
attraktiver Wanderweg oberhalb der Steilküste entlang. Und südlich
von Moeraki steht ein kleiner Leuchtturm, der gerne von
Pinguin-Freunden angesteuert wird. Morgens und Abends kann man
in kleinen Schutzhüten die seltenen Gelbaugen-Pinguine dabei beobachten, wie sie
zur Arbeit gehen, bzw. wie sie Abends von der Arbeit kommen, um Jungen zu füttern. Auch
Angler suchen die fischreiche Küste unterhalb des Leuchtturms
gerne auf.
Auf unserer Wanderung oberhalb der Klippen
treffen wir unsere erste Robbe. Der kleine Stinker liegt unten
in den Felsen und
schläft. Oben in den Felsen nisten einige Shags - die
neuseeländische Version unserer Kormorane. Dann verlassen wir
den Pfad und klettern runter zum Strand. Nicht ganz einfach aber
lohnenswert, denn wir entdecken etwas, von dem nur sehr wenige
Touristen berichten können.
Die
erste Robbe
Shag-Nistkolonie
Schwer
zugänglich
schon
gibt es nasse Füße
Wie
an dem Strandabschnitt mit den Moeraki Boludern gibt es auch an
diesem schwerzugänglichen Strand geologische Besonderheiten zu
entdecken: versteinerte Bäume. Außerdem ist der Sand von
einem unglaubliche Orange. Er sieht aus wie diese kleinen
orangefarbenen Zuckereier, die es manchmal zu Ostern gibt. Die
Körnung entspricht auch ungefähr dieser Größe. Dadurch
versinkt man mit jedem Schritt knietief im Sand und kommt nur
schwer vorwärts.
Wer nach Moeraki kommt, sollte unbedingt den Abstieg zu diesem
Strand machen. Wobei es wirklich sehr steil und glatt ist, so
dass es leichter ist, streckenweise auf dem Hosenboden zu
rutschen, als sich auf die Rutschfestigkeit seiner Schuhe zu
verlassen. An diesem Strand finden wir übrigens auch die ersten
Paua-Muscheln.
Versteinerte
Bäume
Detailbild
Botanische
Entdeckungen
Hossa!
Wieder
zurück im Ort stoßen wir noch auf zwei kleine Boulder. Sie
waren handlich genug, um sie vom Strand abzutransportieren und so hat
sie ein früher Kiwi in seine Hofeinfahrt platziert.
Schreib mal wieder!
Boulders
vor der Tür
Die
nächsten Stunden, nachdem wie Moeraki verlassen haben,
gestalten sich ähnlich wie am Vortrag: Alle paar Kilometer
halten wir an, rennen an
den Strand und schleppen weitere Kilos Muscheln und Steine
zusammen.
Weitere
Fundstücke
Kiwi-Möwe
Die
ersten Schafe
Frühlingsboten
Ein paar Stunden später (obwohl nur
100 km Distanz) kommen wir endlich am Shagpoint an - ein Küstenabschnitt
nördlich von Dunedin, an dem große Shag-Kolonien brüten. Außerdem
gibt es Seehunde und Pinguine. Zum Pinguin-Watching sind in
Strandnähe kleine Beobachtungshütten aufgebaut. Weit genug
entfernt, um die seltenen Gelbaugen-Pinguine nicht zu stören.
Hunde sind absolut verboten.
Einstieg
ins Schutzgebiet
Im Schutzgebiet
Am Shagpoint weht eine steife Brise. Der Kontakt zu den Robben ist
teilweise so dicht, dass man ihnen die Flossen schütteln könnte.
Das lassen sie natürlich nicht mit sich anstellen. Wer zu dicht
kommt, wird durch bösen Fauchen und Brüllen verwarnt. Wer
meint, dass er ihnen trotzdem noch näher kommen muss, wird in den
meisten Fällen erleben, dass sie das Weite suchen. Wenn es ganz
arg kommt, können sie auch schnappen.
Robbe am Shagpoint
Wir oben, Robbe unten
Neuseeland ist ein relativ neues
Tourismusland und offensichtlich hat man aus den Fehlern anderer
Länder gelernt. Während öffentliche Toiletten in Deutschland
rar gesät sind oder man sie gar nicht erst aufsucht, weil total
verdreckt, sind die Kiwis anders an dieses Problem heran gegangen.
Sie haben sich gesagt: Wenn wir
in unserer schönen Natur kein unkontrolliertes Anhäufen von Haufen
wollen, müssen wir Toiletten aufstellen und sie regelmäßig
reinigen, damit sie auch genutzt werden.
Egal wo man hinkommt, in jedem Ort und bei jeder Touristen Attraktion
gibt es öffentliche Toiletten, die meist kostenlos benutzt werden
können. Da unser kleines Wohnmobil (kurz Womo) ohne Toilette ist, sind wir für
dieses Engagement mehr als dankbar. Der Zustand der Toiletten ist natürlich nicht immer
1a, aber meistens 1b oder c. Auch am abgelegenen Shag-Point wurde
ein kleines Bio-Klo aufgestellt.
Alte Slip-Anlage
Bio-Klo
Grauer Reiher
Aussicht am Shag-Point
Die größte Stadt im Süden
Neuseelands ist Dunedin. Die Menschen in
dieser Region stammen zum großen Teil von Schotten ab. Das merkt
man unter anderem an ihrem Slang, der kaum zu verstehen ist. Da hilft nur viel Phantasie,
selbst gutes Schulenglisch hilft einem nicht wirklich weiter. Kommunikationsschwierigkeiten an der Tankstelle führen
z.B. dazu, dass
wir die Fenster geputzt bekommen. Wir hatten eigentlich (so
dachten wir) ausgemacht, dass dasÖl
kontrolliert wird.
Auch an der Bauweise der Häuser zeigt sich das Erbe der
schottischen Vorfahren: Robuste Häuser aus dicken Felsquadern,
die es sonst kaum irgendwo in Neusseeland gibt. Und dann gibt es
natürlich noch die jährliche Mackenzie Highland Show. Zu diesem
Anlass holen die Kiwis ihre Kilts und Dudelsäcke hervor und
lassen in der neuen Heimat alte Schottentraditionen aufblühen.
Die Besiedlung Dunedins geht ursprünglich auf religiöse
Streitigkeiten auf der anderen Seite der Erde zurück. Eine
Spaltung der schottischen Presbyterianer brachte die frommen
Köpfe der Bewegung auf die Idee, in Neuseeland einen Neuanfang zu
machen, dabei sollten "Frömmigkeit, Redlichkeit und
Fleiß" an erster Stelle stehen. Im Jahre 1848 Land gingen
dann die ersten 300 schottischen Siedler an Land und
gründeten New Edinburgh. Daraus wurde später Dunedin (Edin
auf dem Hügel).
Bahnhof
in Dunedin
Dunedin
Wir tätigen noch ein paar
Einkäufe bei den schottischblütigen Kiwis. Dann verlassen wir
die Pazifikküste, es geht ins Landesinnere, Tagesziel ist Te Anau. Schon bald türmen sich die schneebedeckten neuseeländischen Alpen vor uns
auf. In dieser Region gibt es
riesige Hirschherden, die deutsche TK-Truhen mit Hirschfleisch aus
Neuseeland füllen.
Morgen wollen wir in der Region Fjordland zum berühmten Milford
Sound.
Ab in die Berge
Hirschzucht + 2 Bullen
Gore ist die
zweitgrößte Stadt in der Region Southland. Der Ort ist ein Mekka
für Angler, angeblich gibt es hier die weltgrößten Forellen!
Wir fahren aber nur durch und knipsen das Wahrzeichen der Stadt,
längeres Verweilen ist aus Zeitdruck leider nicht möglich.
Trout River
Weltgrößte Forellen
in Gore
In den frühen Abendstunden erreichen
wir endlich Te Anau. Der Ort ist der beste Ausgangspunkt für
Ausflüge und Expeditionen ins Fjordland. Dementsprechend hat er
das Flair einer Touristentrabantenstadt. Die Campingplätze sind
(Nachfrage bestimmt den Preis) deutlich teurer als in den letzten
Tagen und ähneln einem Auffanglager. Die Caravans stehen in Reih
und Glied mit minimalem Abstand nebeneinander. Rucksack-Touristen
finden ein Bett in den Mehrfachzimmern eines Backpackers. Wem es
nach etwas mehr Intimität dürstet, übernachtet in einer kleinen
Einzelzelle in einem riesigen Gebäudekomplex.
Als Ausgangspunkt für die Reise ins Fjordland ist Te Anau
perfekt, denn danach kommt die nächsten 120 km nichts mehr und
davor ist auch nicht viel außer Weideland für Hirsche. Von einem
hübschen Urlaubsort kann man allerdings nicht reden, auch wenn
der Ort an dem schönen Lake Te Anau liegt.